Simonides letter in 1853 from Smyrna to Lycourgos

Steven Avery

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Enthüllungen über den Simonides-Dindorfschen Uranios: zu einem ...
By Alexandros Lykourgos
https://books.google.com/books?id=3X2B-kaniakC&pg=PA50

CARM
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1. Bei dieser Gelegenheit ist noch eines schlechten Charakterzugs des Simonides zu erwähnen. Da nämlich im Jahre 1847 zuerst Herr R. Rangabé zu Athen, einer der angesehensten Professoren, neulichst zum Minister des Aeussern ernannt, das betrügerische Treiben des Simonides durchschaut und gebrandmarkt hatte, so hegte Simonides gegen Niemand einen ärgeren Groll als gegen Rangabé. Durch diesen Groll liess er sich dazu verleiten, die Unterschrift Rangabé's auf ein Dokument zu bringen, worin ihm derselbe 5000 Drachmen für die Vernichtung seines Panselenus antrug. Dieser Streich hatte nämlich die Bestimmung, den Herrn Rangabé als leidenschaftlichen Parteigänger der Franzosen zu verdächtigen, indem derselbe um so hohen Preis die Ehre der Erfindung der Daguerreotypie gegen die Concurrenz des Panselenus retten wollte. Erst neulich erfuhr ich, dass Sim. für diese Unterschriftsfälschung in Athen zu einer bedeutenden Gefängnisstrafe verurtheilt worden sei. Wir bedauern, die in der Πανδ. 1851. Nr. 23-25. gegen die Simonidischen Handschriften aus Rangabé's ausgezeichneter Feder erschienenen Artikel nicht zur Hand zu haben, um davon Gebrauch zu machen. 2. Die Herausgabe seines Panselenus, der mit Ausnahme einiger Da nun diese beiden Handschriften des Simonides vor dem Richterstuhle der unbefangenen Kritik so wenig, wenn auch die eine noch viel weniger als die andere bestanden hatten, so konnte auch für die anderen Handschriften, deren Besitz er zunächst nur vorgab, 1


1. On this occasion another bad character trait of Simonides is to be mentioned. When in 1847 Mr. R. Rangabé went to Athens, one of the most distinguished professors, newly appointed Minister of Foreign Affairs, the presumptuous Treiben of Simonides had shook and burned, so Simonides raised against no one like Mr. Rangabé. By this joke he is led to put Rangabé's signature on a document, in which he himself pays 5000 drachmas for the destruction of his Panselenus. This strike had namely the purpose of suspecting Mr. Rangabé as the leading party of the French, in order to save at such a high price the honor of the invention of the daguerreotype against the competition of the Panselenus. I just found out that Sim. for this forgery of signature in Athens to be sentenced to a considerable prison sentence. Our condolences to those in the Πανδ. 1851. Nr. 23-25. against the Simonid manuscripts from Rangabé's distinguished father appear article not to have to hand, to make use of it. 2. The reissue of his Panselenus, who with the exception of one Da now these two manuscripts of Simonides before the judgment-seat of unrestrained criticism had so little, if also the one still much less than the other files, so could also be considered for the other writings vorgab, 1


Interpolationen „ad modum Simonidis" offenbar echt ist, hatten zwei nicht sehr bemittelte aber recht brave Buchdrucker zu Athen auf ihre Kosten unternommen. Simonides arbeitete sehr langsam daran, und verliess 1850 Athen, ohne die Publikation beendigt zu haben, wodurch er seine Verleger in grosse Verlegenheit versetzte. Im Jahre 1852 erhielt ich ganz unerwartet von Simonides aus Smyrna einen Brief, worin er sich wegen der Vorfälle, die ihn in Constantinopel betroffen hatten, zu entschuldigen suchte und mir Mittheilungen über seine neuen Entdeckungen auf dem Athos machte. Zugleich überschickte er mir ein Blatt der Smyrnaer Zeitung, worin einige von ihm aus den Athosklöstern mitgebrachte ὅροι des Marcus Eugenicus mitgetheilt waren. dieser Mittheilung nahm ich Veranlassung, ibn an seine gegen die beiden Atheniensischen Verleger übernommenen Verbindlichkeiten zu erinnern und ermahnte ihn, seinem Rufe nicht durch neue Unredlichkeiten zu schaden. Diesen Warnungen gab er sogleich Gehör, er schickte ohne Verzug den Rest des Manuscripts für den Panselenus, und bald darauf erschien das Buch.


Interpolations "ad modum Simonidis" is obviously true, two not very meticulous but fairly brave printers undertook to Athens at their expense. Simonides worked very slowly, and in 1850 left Athens without having finished the publication, by which he put his publisher in great embarrassment. In the year 1852 I received quite unexpectedly from Simonides of Smyrna a letter in which he sought to excuse himself for the accidents which had befallen him in Constantinople and to inform me of his new discoveries. At the same time he sent me a leaf of the Smyrna newspaper, which contained some of the ὅροι of Marcus Eugenicus brought by him from the monasteries of Athos. this mediation I took resolution, against him the two Athenian hosts assumed obligations to recall and encouraged him not to damage his calling by new disorders. These warnings he immediately heeded, he sent without delay the rest of the manuscript to the Panselenus, and soon the book appeared.



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1. Die Menge der Handschriften, von denen Simonides als in seinem Besitz befindlich sprach, und die bedeutende Menge der von ihm wirklich vorgelegten hat einige Gelehrte zu der Meinung veranlasst auch der Atheniensische Artikel in der Augsb. Allg. Ztg. Nr. 59. 28. Febr. scheint sie zu begünstigen dass sich auf dem Athos eine ganze Gesellschaft von Manuscriptenfälschern befinde und dass Simonides nur die Verbreitung der von ihr gelieferten Mss. übernommen habe. Allein dieser Ansicht müssen wir unbedingt widersprechen, aus mehreren Gründen. Zuerst hat sich keine Spur einer solchen Gesellschaft gefunden und kein Mitglied derselben ist irgendwie hervorgetreten, trotz der langen Zeit, in welcher Simonides sein Unwesen getrieben. Sodann aber ist wichtig, dass sich nachweisen lässt, Simonides habe, ohne alle weitere Verbindung mit dem Athos, in England und Deutschland mehrere Fälschungen ausgeführt. Dahin gehören der Uranios und das Hermaspalimpsest, sowie auch noch bei seiner Verhaftung die zu solchen Fälschungen gehörigen Apparate bei ihm gefunden worden sind. Nach diesen Aufklärungen erscheint es in der That als eine Versündigung gegen einen so ehrwürdigen Ort wie der Berg Athos, wenn man annehmen wollte, dort habe man sich zu einem so unredlichen und aus so singulärer Leidenschaft hervorgegangenen Geschäfte vereinigt. Eine solche Verdächtigung der Klöster des Athos wäre ein schlechter Dank dafür, dass die gelehrte Welt zahlreiche griechische Manuscripte in den grössten Bibliotheken Europas, wie die zu Moskau, zu Petersburg, zu Paris, zu Rom, zu Oxford und zu London, aus eben diesen Klöstern im Laufe der letzten Jahrhunderte gewonnen hat.

1. The number of manuscripts, of the Simonides as in his possession language, and the considerable number which of him actually presented has some led to the opinion also changed the Athenian article in the Augsb. Allg. Ztg. Nr. 59. 28. Feb. she seems to assume that there is a whole host of manuscript forgeries on Athos and that Simonides only the spread of the Mss. ubernommen habe. This view alone we must unconditionally reject, for several reasons. Formerly no trace of such a society has been found and no member of it has ever been recovered, despite the long time in which Simonides drove his ignorance. However, it is important to note that Simonides apparently had, without any further connection with Athos, committed several forgeries in England and Germany. These include the Uranium and the Hermaspalimpsest, as well as his possession of devices belonging to such forgeries. According to these explanations it appears in that as an indictment against such a glorious place as Mount Athos, if one wanted to assume, there one had joined such an inexhaustible and out of such singular leadership previous history. Such a suspicion of the monastery of Athos would be a worse one thanks to the fact that the learned world has numerous Greek manuscripts in the greatest libraries of Europe, such as those in Moscow, St. Petersburg, Paris, Rome, Oxford, and the laboratory in London. who won the last century.

Hat es befremdet, woher Simonides die Mittel zu seinen kostspieligen Reisen genommen, so wird darüber vielleicht die bei ihm vorgefundene Correspondenz Aufschluss geben. Wir machen nur nochmals auf das in Constantinopel gefundene hohe Patronat aufmerksam. Uebrigens hat er aus dem Verkaufe seiner Manuscripte besonders in England bedeutende Summen gelöst. Ich selbst sah einen Nachweis über die Sumne von 500 Pfd. Sterl., die ihm vom Baronet Phillipps bezahlt worden ist.
 
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