Christian Gastgeber - Kopie und Fälschung

Steven Avery

Administrator
Kopie und Fälschung
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KOPIE UND FÄLSCHUNG
Eine Ausstellung des Papyrusmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek in Kooperation mit der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt Graz



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Als im 19. Jahrhundert neues Interesse an Ägypten erwachte und Ausgrabungen intensiviert wurden, war Österreich durch einen Mittelsmann, den Teppichhändler Theodor Graf, vertreten - freilich nicht in offiziellem Auftrag, sondern Graf erkannte die Gunst der Stunde und ließ selbst in der Umgebung u. a. nach den so sehr begehrten Papyri und koptischen Stoffen suchen, denn "zu finden ist in diesem Land viel, man muß nur die richtigen Leute an der Hand haben", wie Graf an den damaligen Direktor der k. k. Hofbibliothek Wien, Josef Karabacek, am 28. März 1882 schreibt. Mit enthusiastischem Eifer ließ er durch Fellachen die Märkte absuchen, wie er in demselben Schreiben berichtet: "Der eine meiner Papyrus-Lieferanten ist sofort, nachdem ich ihn wegen der alten Stoffe gehörig instruiert , abgereist nach dem Inneren, um mir solche alte Stoffe aber hauptsächlich Papyrus zu bringen; er wollte gestern schon zurückkommen, aber da er bis heute noch nicht da ist, muß ich annehmen, daß er gute Ausbeute hat und mir vieles bringen wird."
Mit diesen Papyruskonvoluten wurden jedoch auch zahlreiche Fälschungen miterworben, die vor Ort nicht ausgeschieden werden konnten - auch schon deshalb, weil Graf kein Fachmann für antike Sprachen war. Diese Konvolute wurden dann über Erzherzog Rainer angekauft und gelangten 1899 als Geschenk an Kaiser Franz Joseph, der sie wiederum der k. k. Hofbibliothek überließ.
Unter den heute insgesamt 180.000 Objekten der Papyrussammlung sind rund 1000 Fälschungen. Die Vorgangsweise der Fälscher läßt sich daran recht klar erkennen: Unter den zahlreichen Papyrusfunden waren immer auch einige leere Papyrus- oder Pergamentblätter bzw. bloße Scherben (sogenannte Ostraka). Mitunter waren noch einige Schriftspuren zu erkennen, aber ein guter Preis ließ sich mit den leeren oder minimalst beschriebenen Stücken nicht erzielen; folglich beschrieb man diese Reste, indem man alte Schriften (Griechisch, Koptisch, Arabisch oder Hieroglyphen) imitierte. Dabei hatten die Fälscher keine Ahnung von den alten Schriften, man versuchte bloß irgendwie den Schrifttypus zu imitieren. Unter den Hieroglyphen ließen sich dabei recht einfach Phantasiegebilde erfinden, schwieriger war es schon mit dem Griechischen: bot doch etwa das griechische Omega als Kleinbuchstabe mehrmals hintereinander geschrieben eine wellenförmige Darstellung, die man schon als antik ausgeben konnte. Diese Stücke lassen sich heute sehr einfach und sofort als Fälschung erkennen. Die Kunst der Fälscher war hier sehr beschränkt, und doch reichte sie aus, um von unbedarften Touristen oder Antiquitätenjägern einen guten Preis zu verlangen. Wie die Ausstellung zeigt, scheute man nicht, jedes noch so kleine Stück auf diese Weise zu fälschen: Paradebeispiel dafür ist ein etwa 10 cm langes und 1 cm breites Pergamentstück, das mit wellenförmigen Zeichen versehen ist. Je sensationeller, um so besser: das bezeugen etwa beschriebene Palmblätter mit Hieroglyphen, die in dieser Ausstellung erstmals gezeigt werden.​

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Ähnlich ging man bei koptischen Textilien vor: Wie Theodor Graf in seiner Korrespondenz mit Josef Karabacek berichtet, gab es auch im Bereich alter Textilien, vor allem jenen mit schönen Motiven, eine große Nachfrage: Diese machten sich Fälscher zunutze und fügten die oft einzelnen Reste von Stoffen mit Motiven eines Vorhangs oder Gewandes zu einem Ganzen mehr oder weniger kunstgerecht zusammen. Bei genauer Betrachtung erkennt man entweder, daß ein Gebilde plötzlich in seinem Rhythmus unterbrochen ist oder daß in der Farbnuancierung deutliche Unterschiede bestehen. Einige dieser Stoffverfälschungen kann der Besucher in der Ausstellung sehen und dabei zugleich sein Auge schulen, um sich vor solchen Puzzles zu schützen - vor allem, wenn sie zu überhöhten Preisen angeboten werden.
Größere Fähigkeit von einem Fälscher verlangte schon eine literarische Fälschung. Dazu sind für die Antike so gut wie keine Originale erhalten; die Tatsache, daß man allerdings sehr- wohl gefälscht hat, ist in der antiken Literatur mehrfach bezeugt. Die Gründe dafür können verschiedenste Ursachen haben: Es mag der merkantile Zweck oder die Verbreitung eines Werkes unter einem bekannten Namen genauso eine Rolle gespielt haben wie die Ergebenheit gegenüber einer Persönlichkeit, die man gegen gewisse Angriffe durch eine unter seinem Namen publizierte Schrift schützen wollte.
Konkret überprüfbar werden Fälschungen aus dem urkundlichen Bereich. Da wir hier zumeist auf die Archive byzantinischer Klöster angewiesen sind, beschränken sich die Beweise für Fälschungen auf Aussagen der Mönche, und das sind nicht wenige. Man wundert sich oft, mit welcher Naivität hier vorgegangen wurde, etwa wenn Siegel am Ende einer Kaiserurkunde aufgemalt wurden. Doch bezeugt beispielsweise eine Urkunde, die angeblich der byzantinische Kaiser Andronikos III. Palaiologos für die Muttergotteskirche Olympiotissa in Elasson, Thessalien 1336 ausgestellt haben soll, daß man das Dokument auch in einem modernen Rechtsstreit herangezogen hat; darauf deutet zumindest eine Stempelmarke auf der Rückseite.​
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Es sollte nicht verwundern, wenn unter den frühen Christen genauso Texte gefälscht wurden wie zuvor unter den Heiden: Dies entsprang einerseits dem Bedürfnis nach eigener Unterhaltungsliteratur aus dem Umkreis der Heiligen, die das frühe Christentum noch nicht kannten, andererseits dem Wunsch von dem Leben und Wirken des Messias und seiner Jünger mehr zu erfahren. Damit war der Weg zu der reichen apokryphen Literatur geebnet. In der Ausstellung werden einige Textzeugen dieser Literaturgattung gezeigt, darunter auch ein 4,3 x 3,5 cm kleines Papyrusfragment, das als Faijum-Fragment (P.Vindob. G 2325) in die Wissenschaft einging: Einer umstrittenen Deutung zufolge handelt es sich hierbei vielleicht sogar um ein "nichtkanonisches Evangelium".
Mit sehr diffizilen Kriterien und durchaus nicht immer überzeugend geht die Wissenschaft bei literarischen Fälschungen vor, bei denen ganze Texte unter dem Namen eines bislang nur namentlich bekannten antiken Autors gefälscht wurden. Wie schwierig hier die Identifizierung ist, zeigt ein Blick auf die Arbeitsweise eines herausragenden Fälschers des 19. Jahrhunderts, der einem Konrad Kujau unserer Tage gleichgesetzt werden kann: Konstantinos Simonides (1820-1867). Er arbeitete sich sowohl kalligraphisch als auch wissenschaftlich sehr genau in seine Materie ein und hatte sehr gute paläographische Kenntnisse. Hier begegnet man der Schwierigkeit, vor der die Wissenschaft steht: Wenn ein Fälscher die von der Wissenschaft erarbeiteten Kriterien etwa für die Schrift einer Zeit oder den Stil eines Werkes bzw. einer Zeit genau einhält - und dies alles perfekt eingeübt hat -, wird es der Wissenschaft kaum möglich sein, die Fälschung zu widerlegen. Doch hat man im Bereich der Urkundenlehre im Laufe des 20. Jahrhunderts so grundlegende Forschung betrieben, daß heute einige Echtheitskriterien angewendet werden, die den früher fälschenden Mönchen unbekannt waren. Bei Simonides war das allerdings nicht so einfach; er hat seine Fälschungen in seinem Geltungsdrang immer ein wenig übertrieben, was ihn aber schlußendlich entlarvt hat. So etwa in einem seiner "Frühwerke", einer Geschichte der Universität von Symi, seiner Heimatstadt: Nicht nur, daß die Universität in dem sagenhaften Codex aus dem Nachlaß seines Onkels bis auf die Zeit des Kaisers Theodosios II. (408-450) zurückgeführt wird, sondern Gelehrte der Universität haben angeblich auch das Schnellschiff, die Typographie und anderes mehr erfunden.​
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Diese maßlosen Übertreibungen bei einer seiner spektakulären Fälschungen überführten ihn schließlich auch: ein Matthäus-Evangelium im Ägyptischen Museum in Liverpool, das vorgibt, im 15. Jahr nach der Himmelfahrt Christi im Auftrag des Apostels von einem Diakon Nikolaos geschrieben zu sein. Ein Faksimile dieser perfekten Imitation ist in der Ausstellung zu sehen.
Simonides machte sich selbst die Abschriften nicht einfach. Immer wieder fälschte er Texte in Form von Palimpsesten. Während hier gewöhnlich die untere Schrift die ältere ist, die abgeschabt oder abgewaschen wird, und mit einer neueren, meist späteren Schrift (aus Pergamentknappheit) überschrieben wird, machte er genau das Gegenteil: Er nahm sich eine Handschrift, zu der er Zugang hatte, und fälschte eine ältere Schrift (paläographisch korrekt), indem er mit blasserer Tinte schrieb. Ein Meisterwerk dieser Kunst ist ausgestellt, es handelt sich um ein Doppelblatt eines Codex, in dem er eine Passage aus dem Werk "Hirt des Hermas" als Palimpsest fälschte (der Codex befindet sich heute in der Handschriftensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek; Cod. suppl. gr. 119). Als ein derartiges Palimpsest bietet Simonides 1855 das Werk eines sonst nur aus Zitaten bekannten Historikers Uranios an: der Text, der schon für eine Publikation durch den bekannten Philologen Wilhelm Dindorf vorbereitet war, wurde schließlich von einem Ägyptologen in letzter Minute als Fälschung deklariert: Bei dessen Verhaftung finden sich auch die Fälscherutensilien, u. a. rostige Nägel zur Herstellung gelber Tinte. Simonides wußte für alle Vorwürfe natürlich sofort eine Erklärung, etwa, daß er rostige Nägel für das von ihm zum Trinken bevorzugte bleihaltige Wasser verwende. Er wußte sich auch Kontakte zu verschaffen oder zumindest aufzubauen: in der Autographensammlung der Österreichischen Nationalbibliothek sind heute noch zwei Schreiben an die bedeutenden Gelehrten Franz von Miklosich und Theodor Georg Ritter von Karajan erhalten, in denen er für das Werk des Uranios wirbt.​

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Noch einer weiteren Kategorie von Kleinkunst wird in dieser Ausstellung erstmals Aufmerksamkeit geschenkt: den Siegeln; erhalten sind sie auch auf Papyri als Tonsiegel, doch wurde der Markt in den letzten Jahren von Fälschungen derartiger Siegel überschwemmt.​
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Komplizierter, aber keinesfalls geringer ist die Fertigung von byzantinischen Bleisiegeln, die in dieser Ausstellung mit Sammlungsstücken aus der Privatsammlung Theodoridis (München), Seibt (Wien) und Zarnitz (jetzt Staatliche Münzsammlung München) im Mittelpunkt stehen. Zu einem vermehrten Auftreten solcher Fälschungen kam es vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten, wenngleich diese Kunstobjekte bereits ab dem Auftreten von numismatischem und sigillographischem Sammlerinteresse zahlreich gefälscht wurden. Wie bei den Papyri und Stoffen gilt auch hier: Mit dem steigenden Interesse wuchs die Zahl solcher Fälschungen. So gilt grundsätzlich, je spektakulärer und prachtvoller ein Siegel ist, um so größere Skepsis ist geboten. Geradezu abschreckend sollten die in dem begleitenden Katalog jeweils angeführten Rufpreise der Fälschungen aus Auktionskatalogen gelten, die sich von mehreren hundert Mark bis gar DM 10.000,- erstrecken. Die Fälscherwerkstätten dazu sind schwierig ausfindig zu machen, da die Objekte sehr geschickt im Antiquitätenmarkt verteilt werden. Gerade für die byzantinische Sigillographie ist die Zahl der Experten so dünn gesät, daß Händler sehr leicht getäuscht werden können. Kriterien sind neben typologischen Merkmalen vor allem die Gestaltung des Kanals des Siegels und die Art der Patina.
Die Ausstellung behandelt auch die harmlosere Imitation: die Kopie, die von sich aus nicht vorgibt, ein Original zu sein. Dafür scheint das Papyrusmuseum geradezu prädestiniert zu sein, sind doch die literarischen Texte allesamt Kopien und zeigen das Bemühen, einen antiken Text für die Nachwelt zu erhalten. Vielen antiken Autoren war durch mangelnde Nachfrage ein solches Nachleben nicht vergönnt, die (paar oder manchmal gar nur eine) Papyruskopie(n) wurde(n) Opfer des materiellen Zerfalls, und während sich heutzutage von jedem gedruckten Buch immer noch ein paar Exemplare in die Bibliotheken "retten", war damals einer großen Zahl von Autoren kein literarisches Nachleben vergönnt. Exemplarisch zeigt die Ausstellung die kopiale Verbreitung eines Werkes, das uns nicht im Original erhalten ist, anhand einiger Vertreter der Bibelüberlieferung; darunter ein Blatt des weltberühmten Chester Beatty-Papyrus P.Vindob. G 31975 mit Matthaios 25, 41-26, 39 aus dem 3. Jahrhundert.
Allerdings hat unsere Zeit mittlerweile auch einen gewissen Sinneswandel erfahren: War früher nur ein Original wertvoll und konnte die Kopie - sofern sie nicht wiederum eine antike Kopie war - im Wert niemals mithalten, ist mittlerweile die perfekt gemachte Kopie zu einem Sammlergut geworden.​
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Dem trug diese Ausstellung mit einer eigenen Abteilung von Faksimiles des Weltmarkenführers, der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt Graz, Rechnung. 120 Faksimile-Ausgaben wurden bislang im 50jährigen Bestehen dieses Verlages auf den Markt gebracht; und da bei jeder Faksimile-Ausgabe bis hin zum Einband (etwa im Farnese-Stundenbuch aus Metall oder im Codex Etschmiadzin in einer detaillierten Wiedergabe des Elfenbeineinbands, auf perfekte Originaltreue Wert gelegt wird, wurden diese Faksimile-Ausgaben - jeweils nur in streng limitierter Auflage - zu Wertanlagen und erreichen im Antiquariatshandel bereits den doppelten Verkaufspreis, vor allem, wenn sie bereits vergriffen sind (so im Falle des Wiener Dioskurides). Die detailgetreue Wiedergabe wird in der Ausstellung unter anderem an dem ältesten erhaltenen, reich illustrierten Kräuterbuch der Antike, dem Wiener Dioskurides, und einem armenischen Tetraevangeliar, dem Codex Etschmiadzin, deutlich gezeigt: Jeder Anbiß einer griechischen, türkischen oder armenischen Maus wurde in der Reprodukion genau übernommen, auch die einzelnen Blätter wurden im Faksimile entsprechend beschnitten.
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Die Ausstellung findet im Papyrusmuseum der Österreichischen Nationalbibliothek (Heldenplatz, Eingang Mitteltor, 1010 Wien) statt und läuft noch bis 26. Oktober; Spezialführungen zu freiem Eintritt am 13. 9., 27. 9. und 11. 10. (Treffpunkt Papyrusmuseum 19.00). Zu der Ausstellung ist der Katalog "Kopie und Fälschung" erschienen, der alle Objekte beschreibt und Einführungen zu den Fälschungen in den verschiedenen oben angeführten Bereichen gibt (ATS 248,00; Euro 18,00).

Führungen gegen Voranmeldung (0049/1/53410/323): hermann.harrauer@onb.ac.at
Homepage: http://www.onb.ac.at/sammlungen/papyrus/index.htm


© Christian Gastgeber
e-mail: Christian.Gastgeber@oeaw.ac.at

This article will be quoted by Ch. Gastgeber, Kopie und Fälschung. Eine Ausstellung des Papyrusmuseums der Österreichischen Nationalbibliothek in Kooperation mit der Akademischen Druck- und Verlagsanstalt Graz, Forum Archaeologiae 20/IX/2001 (http://farch.net).​
 

Steven Avery

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When new interest in Egypt arose in the 19th century and excavations intensified, Austria was represented by an intermediary, the carpet dealer Theodor Graf. This was not, however, an official assignment. Graf recognized the opportunity and had the area searched for, among other things, the highly sought-after papyri and Coptic fabrics, because "there is much to be found in this country; you just need to have the right people on hand," as Graf wrote to Josef Karabacek, the then director of the Imperial and Royal Court Library in Vienna, on March 28, 1882. With enthusiastic zeal, he had fellahin search the markets, as he reports in the same letter: "One of my papyrus suppliers, after I had properly instructed him about the ancient materials, left for the interior immediately to bring me such ancient materials, but mainly papyrus. He had already wanted to return yesterday, but since he hasn't arrived yet, I must assume that he has a good haul and will bring me a lot." However, along with these papyrus bundles, numerous forgeries were also acquired, which could not be separated on site—not least because Graf was not an expert in ancient languages. These bundles were then purchased through Archduke Rainer and in 1899 were gifted to Emperor Franz Joseph, who in turn donated them to the Imperial and Royal Court Library. Among the 180,000 items in the papyrus collection today, around 1,000 are forgeries. The forgers' method is quite clear: Among the numerous papyrus finds, there were always some blank papyrus or parchment sheets, or mere shards (so-called ostraca). Sometimes some traces of writing could still be seen, but a good price could not be achieved for these blank or minimally inscribed pieces; therefore, these remnants were inscribed by imitating ancient scripts (Greek, Coptic, Arabic, or hieroglyphs). The forgers had no knowledge of the ancient scripts; they simply tried to imitate the writing type. It was quite easy to invent imaginary hieroglyphs, but it was more difficult with Greek: for example, the Greek omega, written several times in a row as a lowercase letter, produced a wavy representation that could be passed off as ancient. These pieces can be easily and immediately identified as forgeries today. The forgers' skills were very limited here, yet sufficient to command a good price from unsuspecting tourists or antique hunters. As the exhibition demonstrates, they were not afraid to counterfeit even the smallest pieces in this way: a prime example is a piece of parchment approximately 10 cm long and 1 cm wide, inscribed with wavy symbols. The more sensational, the better: this is evidenced by palm leaves inscribed with hieroglyphs, which are being shown for the first time in this exhibition. A similar approach was taken with Coptic textiles: As Theodor Graf reports in his correspondence with Josef Karabacek, there was also a great demand for old textiles, especially those with beautiful motifs. Forgers took advantage of these, combining the often individual remnants of fabric with motifs from a curtain or garment into a more or less artful whole. Upon closer inspection, one can see either that a structure is suddenly interrupted in its rhythm or that there are significant differences in the color nuances. Visitors can see some of these fabric forgeries in the exhibition and, at the same time, train their eyes to protect themselves from such puzzles—especially when they are offered at inflated prices. A literary forgery requires greater skill from a forger. Virtually no originals from antiquity have survived; however, the fact that forgeries did occur is repeatedly attested in ancient literature. The reasons for this can be diverse: the commercial purpose or the distribution of a work under a well-known name may have played just as much of a role as devotion to a personality whom one wanted to protect against certain attacks through a work published under their name. Forgeries can be specifically verified from the documentary realm. Since we are mostly dependent on the archives of Byzantine monasteries, the evidence of forgeries is limited to statements made by the monks, and there are quite a few of them. One is often surprised at the naiveté of this approach, for example, when seals were painted at the end of an imperial charter. However, a charter allegedly issued by the Byzantine Emperor Andronikos III. Palaiologos is said to have issued it for the Church of Our Lady Olympiotissa in Elasson, Thessaly, in 1336, and the document has also been used in a modern legal dispute; at least a stamp on the back suggests this.

It should come as no surprise that texts were forged among the early Christians just as they had been among the pagans before them. This arose, on the one hand, from the need for their own popular literature from the circle of saints who were not yet familiar with early Christianity, and, on the other, from the desire to learn more about the life and work of the Messiah and his disciples. This paved the way to the rich apocryphal literature. The exhibition presents several textual witnesses to this literary genre, including a 4.3 x 3.5 cm papyrus fragment that has become known to scholars as the Faiyum fragment (P. Vindob. G 2325). According to a controversial interpretation, this may even be a "non-canonical gospel." Scholars apply very complex criteria, and are not always convincing, to literary forgeries in which entire texts have been forged under the name of an ancient author previously known only by name. How difficult identification is here is demonstrated by a look at the working methods of an outstanding 19th-century forger, who can be compared to a contemporary Konrad Kujau: Konstantinos Simonides (1820-1867). He studied his subject matter with great precision, both calligraphically and scientifically, and possessed excellent paleographical knowledge. This brings to light the difficulty facing science: If a forger precisely adheres to the criteria developed by science, for example, for the script of a period or the style of a work or period—and has practiced all of this perfectly—it will be virtually impossible for science to refute the forgery. However, such fundamental research was conducted in the field of document theory over the course of the 20th century that some authenticity criteria are now applied that were unknown to the forgery monks of earlier times. With Simonides, however, it was not so easy; in his desire for recognition, he always exaggerated his forgeries somewhat, which ultimately exposed him. For example, in one of his "early works", a history of the University of Symi, his hometown: Not only is the university traced back to the time of Emperor Theodosius II (408-450) in the legendary codex from his uncle's estate, but scholars of the university are said to have also invented the speedboat, typography and much more.
These excessive exaggerations in one of his spectacular forgeries ultimately convicted him: a Gospel of Matthew in the Egyptian Museum in Liverpool, which claims to have been written by a deacon named Nikolaos in the 15th year after Christ's Ascension, on the apostle's behalf. A facsimile of this perfect imitation can be seen in the exhibition. Simonides didn't make the copying process easy for himself. He repeatedly forged texts in the form of palimpsests. While here the lower script is usually the older one, scraped or washed off, and overwritten with a newer, usually later script (due to a shortage of parchment), he did exactly the opposite: He took a manuscript to which he had access and forged an older script (paleographically correct) by writing with paler ink. A masterpiece of this art is on display: a double page of a codex in which he forged a passage from the work "The Shepherd of Hermas" as a palimpsest (the codex is now in the manuscript collection of the Austrian National Library; Cod. suppl. gr. 119). In 1855, Simonides offered the work of a historian named Uranius, otherwise known only from quotations, as such a palimpsest. The text, which had already been prepared for publication by the renowned philologist Wilhelm Dindorf, was finally declared a forgery at the last minute by an Egyptologist. Upon Dindorf's arrest, the forger's tools were also found, including rusty nails for making yellow ink. Simonides, of course, immediately had an explanation for all the accusations, such as using rusty nails for the leaded water he preferred to drink. He also knew how to make contacts or at least build them up: in the autograph collection of the Austrian National Library, two letters to the important scholars Franz von Miklosich and Theodor Georg Ritter von Karajan are still preserved, in which he promotes the work of Uranius.

Another category of minor art is being addressed for the first time in this exhibition: seals. They have also been preserved as clay seals on papyri, but the market has been flooded with forgeries of such seals in recent years. More complicated, but by no means less so, is the production of Byzantine lead seals, which are the focus of this exhibition, featuring pieces from the private collections of Theodoridis (Munich), Seibt (Vienna), and Zarnitz (now the Munich State Coin Collection). An increased occurrence of such forgeries has occurred particularly in the last two decades, although these art objects have been forged in large numbers since the emergence of numismatic and sigillographic collector interest. As with papyri and textiles, the number of such forgeries increased with the growing interest. Thus, in principle, the more spectacular and magnificent a seal, the greater the need for skepticism. The starting prices listed in the accompanying catalog for forgeries from auction catalogs, ranging from several hundred marks to even DM 10,000, should be considered downright discouraging. The forgery workshops are difficult to locate, as the objects are very skillfully distributed in the antiquities market. Especially for Byzantine sigillography, the number of experts is so small that dealers can be easily deceived. In addition to typological characteristics, the main criteria are the design of the seal's channel and the type of patina. The exhibition also addresses the more harmless imitation: the copy, which does not claim to be an original. The Papyrus Museum seems predestined for this, since the literary texts are all copies and demonstrate the effort to preserve an ancient text for posterity. Many ancient authors were denied such a legacy due to a lack of demand; the (few or sometimes even just one) papyrus copy(es) fell victim to physical decay. While today a few copies of every printed book still "save" libraries, a large number of authors at that time were not granted a literary legacy. The exhibition illustrates the copy distribution of a work that has not survived in its original form, using several examples from the biblical tradition; among them, a leaf from the world-famous Chester Beatty Papyrus P. Vindob. G 31975 with Matthew 25:41–26:39 from the 3rd century.

However, our times have also experienced a certain change of heart: Whereas in the past, only an original was valuable, and a copy—unless it was itself an antique copy—could never compete in value, today the perfectly executed copy has become a collector's item. This exhibition reflected this with a dedicated section of facsimiles from the global brand leader, the Akademische Druck- und Verlagsanstalt Graz. 120 facsimile editions have been brought to market so far in this publisher's 50th anniversary. And since every facsimile edition, right down to the binding (such as the Farnese Book of Hours made of metal or the Etchmiadzin Codex with a detailed reproduction of the ivory binding), is a top priority, these facsimile editions - each only available in strictly limited editions - have become valuable investments and fetch double the selling price in antiquarian bookshops, especially when they are already out of print (as in the case of the Vienna Dioscorides). The detailed reproduction is clearly demonstrated in the exhibition, among other things, in the oldest surviving, richly illustrated herbal book of antiquity, the Vienna Dioscorides, and an Armenian Tetraevangelia, the Etchmiadzin Codex: every bite of a Greek, Turkish or Armenian mouse has been reproduced exactly, and the individual leaves have also been trimmed accordingly in the facsimile.

The exhibition is taking place at the Papyrus Museum of the Austrian National Library (Heldenplatz, Mitteltor entrance, 1010 Vienna) and runs until October 26th; special guided tours with free admission are available on September 13th, September 27th, and October 11th (meeting point: Papyrus Museum at 7:00 PM). A catalog, "Copy and Forgery," has been published for the exhibition, describing all the objects and providing introductions to the forgeries in the various areas listed above (ATS 248.00; €18.00). Guided tours by appointment (0049/1/53410/323): hermann.harrauer@onb.ac.at Website: http://www.onb.ac.at/sammlungen/papyrus/index.htm
 
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